Rotlichttherapie bei Psoriasis: Was sagt die Wissenschaft?
Rote, schuppende Stellen, die einfach nicht verschwinden wollen: Schätzungen zufolge sind 1,5 bis 3 Prozent der Menschen in Europa von Schuppenflechte (Psoriasis) betroffen. Immer mehr von ihnen fragen sich, ob eine Rotlichtlampe bei Schuppenflechte Linderung bringen kann. Die kurze Antwort: Rotlichttherapie scheint bestimmte Beschwerden lindern zu können, ist aber keine bewiesene Heilung und kein Ersatz für die medizinische Lichttherapie, die Dermatologen schon seit Jahren einsetzen.
Im Folgenden lesen Sie, was die Forschung zeigt, wie sie wirken könnte und wie Sie sie sicher zu Hause anwenden.
Achtung! Diese Informationen basieren auf verfügbaren wissenschaftlichen Quellen, Erfahrungen von Kunden und allgemeinem Wissen über Lichttherapie. Sie stellen keinen medizinischen Rat dar. Schuppenflechte ist eine chronische Autoimmunerkrankung: Wenden Sie sich für Diagnose und Behandlung immer an einen Hausarzt oder Dermatologen.
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Was ist Schuppenflechte und wie erkennen Sie sie?
Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der sich Hautzellen deutlich schneller bilden als normal. Während eine Hautzelle normalerweise etwa einen Monat braucht, um an die Hautoberfläche zu gelangen, geschieht dies bei Schuppenflechte innerhalb weniger Tage.
Die Zellen stauen sich zu den bekannten roten, verdickten Stellen mit silberweißen Schuppen, häufig an Ellbogen, Knien, der Kopfhaut und im unteren Rückenbereich.
Schuppenflechte ist kein Hautproblem, das man sich „zuzieht", und der Verlauf ist unberechenbar: Phasen mit wenigen Beschwerden wechseln sich mit Schüben ab. Bekannte Auslöser sind Stress, Infektionen, Hautverletzungen, Kälte sowie Alkohol- und Tabakkonsum. Die Erkrankung ist nicht ansteckend, hat aber durch die Sichtbarkeit und den Juckreiz oft einen erheblichen Einfluss auf den Alltag und das Selbstvertrauen.
Was ist Rotlichttherapie (Photobiomodulation)?
Rotlichttherapie, auch Photobiomodulation (PBM) genannt, nutzt energiearmes Licht im roten und nahinfraroten Spektrum, um Zellen zu stimulieren. Das Licht wird von den Mitochondrien aufgenommen, den Energiekraftwerken der Zelle, wodurch diese mehr ATP produzieren. Mehr Zellenergie bedeutet theoretisch mehr Kapazität für Regeneration und das Abschwächen von Entzündungsreaktionen.
Wichtig zu wissen: Rotlichttherapie enthält keine UV-Strahlung. Das unterscheidet sie grundlegend von der UV-Lichttherapie, die Dermatologen im Krankenhaus gegen Schuppenflechte einsetzen und die wir weiter unten in diesem Artikel vergleichen.

Wirkt Rotlichttherapie bei Schuppenflechte? Das sagt die Forschung
Das ist die wichtigste Frage, und wir wollen ehrlich sein: Die Beweislage für Rotlichttherapie speziell bei Schuppenflechte ist noch begrenzt. Es gibt zwar Hinweise darauf, dass sie helfen kann, aber sie ist keine breit bestätigte Behandlung wie die medizinische UV-Lichttherapie.
Was die medizinische Lichttherapie (UVB/PUVA) bereits zeigt
In Krankenhäusern wird Schuppenflechte bereits seit Jahrzehnten mit kontrollierter UV-Lichttherapie (UVB oder PUVA) unter Aufsicht eines Dermatologen behandelt. Laut der niederländischen medizinischen Leitlinie bessern sich die Stellen bei etwa 75 von 100 Menschen durch UVB-Licht, und bei etwa 82 von 100 Menschen, die eine PUVA-Therapie erhalten, verschwinden sie vollständig.
Das ist eine solide Beweislage, die auf jahrelanger klinischer Erfahrung beruht. Dabei handelt es sich allerdings um UV-Strahlung in hoher, kontrollierter Dosis unter medizinischer Aufsicht, mit Risiken wie Verbrennungen und langfristig einem erhöhten Risiko für Hautalterung und Hautkrebs.
Was wir über Rotlicht (ohne UV) bei Schuppenflechte wissen
Die Forschung zu UV-freier Rotlichttherapie bei Schuppenflechte ist deutlich kleiner angelegt. Eine doppelblinde, randomisierte Studie aus dem Jahr 2012, veröffentlicht im Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, verglich Rotlicht mit Blaulicht bei 20 Teilnehmenden mit Schuppenflechte. Sie erhielten drei Mal pro Woche über vier Wochen eine hohe Lichtdosis, kombiniert mit einer Salbe auf Salicylsäure-Basis.
Beide Lichtfarben verringerten die Schuppenbildung und Verdickung der Haut, ohne signifikanten Unterschied zwischen Rot und Blau. Blaulicht schnitt bei der Rötung allerdings etwas besser ab.
Eine kleine Pilotstudie aus dem Jahr 2010 untersuchte eine Kombination aus 830-nm- und 633-nm-LED-Licht bei nur 9 Patienten mit hartnäckiger Schuppenflechte. Bei einem Teil der Teilnehmer trat eine Hautverbesserung von 60 bis 100 Prozent auf. Vielversprechend, aber bei einer so kleinen Teilnehmerzahl und ohne Kontrollgruppe ist dies vor allem ein Hinweis, kein Beweis.
Kürzlich zeigte eine Studie in Scientific Reports (2025), dass rotes LED-Licht in Psoriasis-Modellen, darunter Zellkulturen, ein 3D-Hautmodell und Mäuse, die Verdickung der Oberhaut und die übermäßige Zellteilung signifikant abschwächen kann. Wertvolle Forschung zum zugrunde liegenden Mechanismus, allerdings handelt es sich um Modelle und noch nicht um groß angelegte Forschung am Menschen. Die Forscher selbst geben zudem an, dass weitere Untersuchungen an Patienten notwendig sind.
Eine umfassendere wissenschaftliche Übersichtsarbeit zu Lichttherapien bei Schuppenflechte bestätigt dieses Bild: UVB und PUVA bleiben die am besten belegten Formen der Lichttherapie, während LED-basierte Behandlungen wie Rotlichttherapie als vielversprechend, aber noch unzureichend erforscht beschrieben werden.
Das Fazit ist also differenziert. Rotlichttherapie scheint laut kleinen Studien entzündungshemmend zu wirken und Schuppenbildung verringern zu können. Doch mit Studien von 9 bis 20 Teilnehmenden ist dies kein Beweis dafür, dass sie bei jedem wirkt, und schon gar kein Ersatz für bewährte medizinische Behandlungen. Größere, gut kontrollierte Studien sind nötig, bevor wir eindeutige Aussagen treffen können.
| UVB / PUVA (Krankenhaus) | Rotlichttherapie (zu Hause) | |
|---|---|---|
| Lichtart | UV-Strahlung (UVB oder UVA + Medikament) | Rot- und Nahinfrarotlicht, kein UV |
| Beweislage | Umfangreich, jahrzehntelang klinisch belegt | Begrenzt, kleine Studien (9-20 Teilnehmende) |
| Aufsicht | Unter Begleitung eines Dermatologen | Selbstständig zu Hause anwendbar |
| Risiken | Verbrennungen, Hautalterung, erhöhtes Hautkrebsrisiko bei langfristiger Anwendung | Minimal: leichte, vorübergehende Rötung oder Hautreizung möglich |
| Rolle in der Behandlung | Anerkannte medizinische Behandlung bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte | Mögliche Ergänzung, kein Ersatz für medizinische Versorgung |
Wie könnte Rotlichttherapie bei Schuppenflechte helfen?
Auch wenn die Beweislage noch begrenzt ist, gibt es einen plausiblen Mechanismus hinter den ersten positiven Ergebnissen:
- Entzündungshemmung: Rotlicht scheint die Freisetzung entzündungsfördernder Botenstoffe zu verringern, was Rötung und Reizung rund um die Stellen mildern kann.
- Zellenergie und Regeneration: Durch die Steigerung der ATP-Produktion in den Mitochondrien erhält die Haut möglicherweise mehr Kapazität zur Selbstheilung.
- Regulierung der Zellteilung: In der zuvor genannten Studie an Psoriasis-Modellen schien Rotlicht die übermäßige Bildung von Hautzellen zu bremsen, was den Kern des Problems bei Schuppenflechte betrifft.
- Bessere Durchblutung: Eine verbesserte lokale Durchblutung kann zur Wiederherstellung der Hautbarriere beitragen.
Das sind plausible Mechanismen, keine Garantien. Sie erklären, warum Forscher an weiterer Untersuchung interessiert sind, beweisen aber noch nicht, dass Rotlichttherapie Schuppenflechte bei jedem lindert.
Rotlicht oder Infrarotlicht bei Schuppenflechte?
Schuppenflechte-Stellen befinden sich in den oberen Hautschichten. Deshalb ist Rotlicht (620-660 nm) meist die naheliegendste Wahl: Dieser Teil des Spektrums wirkt oberflächlich und ist, ähnlich wie bei Ekzemen, auf die Hautschichten ausgerichtet, in denen sich die Beschwerden abspielen. In unserer Übersicht für die Haut finden Sie die Panels und Masken, die für die Anwendung auf der Haut gedacht sind.
Nahinfrarotlicht (700-1100 nm) dringt tiefer bis zu Muskeln und Gelenken vor und ist für ein oberflächliches Hautproblem wie Schuppenflechte weniger relevant, auch wenn es oft standardmäßig in denselben Panels enthalten ist. Möchten Sie mehr über die verschiedenen Wellenlängen und ihre Anwendungen erfahren? Das lesen Sie in unserem ausführlichen Wellenlängen-Guide.

Wie wenden Sie eine Rotlichtlampe bei Schuppenflechte zu Hause an?
Überlegen Sie, Lichttherapie bei Schuppenflechte zu Hause anzuwenden? Besprechen Sie dies zuerst mit Ihrem Hausarzt oder Dermatologen, vor allem wenn Sie bereits Medikamente oder Salben verwenden. Möchten Sie sie als Ergänzung ausprobieren, beachten Sie dann diese Richtlinien:
1. Abstand
Bei Hautbeschwerden wie Schuppenflechte halten Sie 15 bis 30 Zentimeter Abstand zum Panel. Je näher Sie sitzen, desto kürzer kann die Sitzung sein.
2. Dauer pro Sitzung
Eine Sitzung von 1 bis 2 Minuten pro Hautbereich reicht für die Haut oft schon aus. Behandeln Sie mehrere Stellen, kommen Sie meist auf insgesamt 10 bis 20 Minuten. Mehr Licht ist nicht automatisch besser.
3. Häufigkeit
Die meisten Nutzer wenden Lichttherapie 3 bis 5 Mal pro Woche an. Steigern Sie dies langsam und achten Sie genau darauf, wie Ihre Haut reagiert.
4. Praktische Tipps
- Behandeln Sie eine saubere Haut, ohne kurz zuvor aufgetragene Salbe oder Creme (genau wie bei der medizinischen Lichttherapie im Krankenhaus).
- Verwenden Sie einen Augenschutz, wenn Sie das Gesicht oder die Kopfhaut behandeln.
- Lassen Sie einen Tag aus, wenn nach einer Sitzung Rötung oder Reizung auftritt.
- Kombinieren Sie Rotlichttherapie mit anderen Behandlungen? Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt, besonders bei lichtempfindlichen Medikamenten.
Wann sollten Sie zum Dermatologen?
Rotlichttherapie kann, vorsichtig angewendet, eine Ergänzung Ihrer Routine sein, ersetzt aber niemals medizinische Versorgung. Vereinbaren Sie in jedem Fall einen Termin bei Ihrem Hausarzt oder Dermatologen, wenn:
- die Stellen groß sind, sich schnell ausbreiten oder nicht auf Ihre aktuelle Behandlung ansprechen
- Sie neben Hautbeschwerden auch Gelenkschmerzen haben (möglicherweise ein Zeichen von Psoriasis-Arthritis)
- Sie unsicher sind, ob sich Ihre aktuelle Medikation oder Salbe mit Lichttherapie verträgt
- Sie schwanger sind, stillen oder lichtempfindliche Medikamente einnehmen
- Sie offene Wunden, Blasen oder Anzeichen einer Infektion auf der Haut haben
Häufig gestellte Fragen
Passende Geräte von Liroma
In unserer Übersicht finden Sie Panels und Masken für die Anwendung auf der Haut.














